
Gor Margaryan ist Filmemacher und Medienkünstler und promoviert an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. In seiner künstlerisch-wissenschaftlichen
Praxis untersucht er die ästhetischen, ethischen und politischen Dimensionen medialer Kriegsdarstellungen, insbesondere im Kontext immersiver Technologien
wie Virtual Reality. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Essayfilm, Installation und experimentellen audiovisuellen Formaten und hinterfragen die Bedingungen,
unter denen Bilder von Krieg entstehen, zirkulieren und wahrgenommen werden.
Im Zentrum seiner Arbeit steht das Interesse an der Wahrnehmung des Unsichtbaren: an den emotionalen, psychischen und medialen Nachwirkungen von Gewalt, die sich jenseits expliziter Bilder manifestieren. Margaryan versteht Virtual Reality nicht als Spektakel, sondern als reflexiven Raum, in dem Nähe, Distanz und Verantwortung neu verhandelt werden. Dabei bezieht er auch die Rolle künstlicher Intelligenz als ästhetisches und epistemisches Werkzeug in seine künstlerische Forschung ein.
Seine Arbeiten entstehen häufig in interdisziplinären Kontexten. Der Essayfilm Hydrographie (2017) wurde in Zusammenarbeit mit dem GEOMAR Helmholtz-
Zentrum für Ozeanforschung Kiel realisiert und verbindet wissenschaftliche Daten mit filmischer Poesie. Der Film Phantomflug (2022), der sich mit der medialen
Abstraktion moderner Kriegsführung auseinandersetzt, wurde von der Deutsche Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.
Margaryans künstlerische Praxis begreift das Bild als Denkraum – als Ort, an dem Erinnerung, Technologie und Verantwortung aufeinandertreffen und sich die Frage stellt, wie Krieg gezeigt werden kann, ohne ihn zu reproduzieren.