Barbara Zach: Conocybe Filaris
Żaneta Rydzewska: eco stories
Paweł Malinowski: [title unknown]
Rafał Ryterski: Birdsongs für Ensemble und Elektronik
Birdsongs ist ein etwa 30‑minütiges Bühnenstück für acht Darsteller:innen, Elektronik und Video. Inspiriert von Vogelwanderungen nutzt es diese als Metapher für Anpassung und Veränderung im individuellen wie zivilisatorischen Leben. Einfluss hatten u. a. Tokarczuks „Flights“, Gabor Matés „When the Body Says No“ und die Doku „The Secret Routes of Birds Migration“. Das Werk verbindet Theater, Dokumentation, neue Musik und Elektronik und erinnert an eine performative Radiosendung. Es wurde für das Ensemble Spółdzielnia Muzyczna geschrieben und 2023 in Darmstadt uraufgeführt.
Conocybe filaris von Barbara Zach ist die dritte Komposition einer fortlaufenden Reihe von Werken, die von verschiedenen Pilzarten inspiriert sind. Diesmal stammt die Inspiration von einem Pilz, der völlig gewöhnlich erscheint – klein, unscheinbar, scheinbar harmlos. Und doch verbirgt sich in dieser unscheinbaren Form ein langsames und sicheres Leiden. Die Amatoxine, die er enthält, wirken geduldig und unsichtbar. Es können Tage vergehen, bevor der Körper zu reagieren beginnt – und bis dahin ist der Schaden bereits angerichtet. Leber und Nieren beginnen zu versagen.
Am Anfang sind die Symptome nicht offensichtlich. Sie sind kaum wahrnehmbar.
Dieses Werk ist eine Meditation über unsichtbare Gewalt – Schaden, der sich in Ruhe, Freundlichkeit und Vertrautheit hüllt. Es reflektiert über die Art von Schaden, die keine Spuren hinterlässt. Über stille Grausamkeit. Über giftige Worte, die mit einem Lächeln ausgesprochen werden.
Über Strukturen, die neutral, ja sogar schützend wirken, aber das Selbst von innen heraus zerfressen. Oft glauben wir nur langsam, dass uns Schaden zugefügt wird. Manchmal kommt er in Form von Stille. Manchmal in Form von Sanftheit. Aber mit der Zeit wird das Flüstern schärfer. Der Schaden vertieft sich.
Die Sanftheit verwandelt sich in Narbengewebe. Und die Folgen sind schwer zu überstehen.
Foto © G. Mart