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Über die Wasserfläche der Trave entfaltet sich der Klang über weite Strecken, ohne unterbrochen zu werden. Der Künstler Torben Laib hat eine Wasserorgel entwickelt, die nun in Lübeck zu erleben ist.
Orgelpfeifen, Salzwassertauchpumpen, PVC-Schläuche, Plexiglasröhren, Fahrradventile, Schrauben, Relais …
Diese Orgel hätte vielleicht auch Dietrich Buxtehude gefallen. Denn über die Wasserfläche der Trave entfaltet sich der Klang über weite Strecken, ohne unterbrochen zu werden. Ein- und ausfahrende Züge paaren sich mit Nebelhörnern, die wiederum von Möwengeschrei begleitet und durch Straßenrauschen übertönt werden. An der Trave entsteht ein Klangereignis, das sich in die Klänge des Ortes einmischt, sich mit ihnen vereinigt oder sie übertönt.
Der Künstler Torben Laib hat eine Wasserorgel entwickelt, die durch Wasser genügend Luftdruck erzeugt, um Orgelpfeifen zum Klingen zu bringen. Die Orgelpfeifen werden über den Drehmechanismus eines Wasserrads ins Travewasser getaucht. Dadurch verringert sich ihr Resonanzraum und ermöglicht stufenlose Tonhöhenverschiebungen.
In zwei Performances präsentiert der Künstler individuell für den Ort komponierte Werke. Dauer: jeweils ca. 45 Minuten.
Torben Laib (*1990) studierte Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule und der HBK Braunschweig. Er beschäftigt sich mit der Verknüpfung von Materiellem und Immateriellem, Beständigem und Ephemerem, Stillem und Lautem, Neuem und Ursprünglichem, Verborgenem und Offensichtlichem. Klang-, raum- und zeitbasierte Materialien und Medien spielen die größte Rolle. Oft reagiert er mit seinen Arbeiten auf Situationen, Geschichten und Orte.
