Stefan Prins (1979): To the bone. For double bass and FX pedals (Deutsche Erstaufführung; Auftragswerk des Concertgebouw Brugge und Frequenz_ Festival Kiel)
Clara Iannotta: A blur of fur and bone

Sarah Nemtsov: G'vurah für (verstärkten) Kontrabass solo (mit Effektpedalen)

Mit Florentin Ginot, Kontrabass

KONZERT

Stefan Prins freute sich, als er endlich die Gelegenheit hatte, eine Solokomposition für Florentin Ginot zu schreiben, in der dessen stetig wachsendes Arsenal an Effektpedalen zum Einsatz kommt. To the bone wurde zu einem intensiven 25-minütigen Werk, in dem Florentins erweiterter Kontrabass zwischen größter Fragilität und körpererschütternden Vibrationen pendelt. Das Stück schöpft sowohl aus seinen Erfahrungen der Zusammenarbeit mit Florentin als auch aus seinen Begegnungen mit dem belgischen Improvisations-Kontrabassisten Peter Jacquemyn. Die Uraufführung fand am 28. Februar bei unserem Kooperationspartner Concertgebouw Brugge statt.

Mit Knochen geht es thematisch in Clara Iannottas A blur of fur and bone. Auch wenn es von der Komponistin selbst keine Einordnung des Titels zur Musik gibt: Er weckt Assoziationen. Und so ist es kaum verwunderlich, wenn die Musik durch "Mark und Bein" geht.

G’vurah steht in der jüdischen Musik für Kraft, Disziplin und das Überwinden von Grenzen. In Sarah Nemtsovs Werk ist diese innere Energie zu spüren: musikalische Intensität mit fragendem Innehalten, plötzliche Energieausbrüche und Momente fragiler Ruhe wechseln sich ab. Dabei verschmelzen akustische und elektronische Klänge zu einer vielschichtigen Klanglandschaft, die sowohl körperliche als auch emotionale Resonanzen erzeugt.

G’vurah interpretiert innere Stärke nicht als heroische Geste, sondern als fragile, ständig neu zu verhandelnde Kraft. Das Werk lädt das Publikum ein, Stärke als dynamischen, wandelbaren Zustand zu erleben.